8 Tipps für hochwertige Flipchart-Fotos

Beispiel eines geeigneten FlipchartfotosWorauf kommt es an, wenn man möglichst effizient gute Fotos für Fotoprotokolle erstellen möchte?
(von Markus Wutzler)

 

Hier geht die Reise hin: Das ist aus Sicht des Autors ein gut geeignetes Bild für ein Fotoprotokoll (fertig nachbearbeitet). Das ist mit folgenden 8 Tipps zu erreichen…

1. Geeignete Flipcharts erstellen, sonst bringt auch ein super Foto nichts

  • Voller, dunkler Stift

  • leserliche „Flipchartschrift in ausreichender Größe

  • Übersichtliche und ansprechende Flipchartgestaltung

 

2. Nummerieren und Reihenfolge beachten

  • Flipchart-Blätter fortlaufend nummerieren

  • …aber zumindest in der richtigen Reihenfolge fotografieren, um schnell die richtigen Bilddateien aufzufinden

 

3. Für ausreichend Licht von vorn sorgen

  • …sonst versucht die Kamera, die schlechten Lichtbedingungen mit höheren ISO-Werten auszugleichen, wodurch wiederum das Bildrauschen merklich bis dramatisch ansteigt. Oder die Belichtungszeit wird zu lang, sodass alles verwackelt, sofern man kein Stativ benutzt. Beides gilt insbesondere für Handy- oder einfache Kompaktkameras!

  • Es hilft oft bereits, den Flipchart-Ständer etwas zum Fenster zu drehen!

  • Direktes Sonnenlicht sollte aber vermieden werden, weil das teilweise unangenehmes Glänzen oder Lichtflecken hervorruft.

  • Der Blitz der Kamera sollte immer zugeschaltet werden! Wenn man aber zu nah am Flipchart steht, gibt es nur einen hellen Fleck in der Flipchartmitte. Für eine gleichmäßigere Ausleuchtung bietet sich ein Abstand von ca. 2-3m an.

  • Möglichst wenige Lichtarten/Lichtquellen verwenden! Wenn sich Tageslicht, warmes Kunstlicht und Blitzlicht mischen, können manche Teile des Bildes gelblich wirken, während die anderen weiß sind. Daher am Besten: diffuses, indirektes Tageslicht + Aufhellung mit dem Blitz.

 

4. Kameraeinstellungen

  • Weißabgleich: passend wählen, damit das Papier auch weiß erscheint. Automatischer Weißabgleich ist oft eine gute Wahl.

  • Auflösung und Kompressionsrate: Das Foto sollte in ausreichender Auflösung (ab 2000x3000px) und Bildqualität/Kompression gespeichert werden.

  • Blende öffnen (nicht möglich bei Handy- oder Billigkameras): Eine offene Kamerablende (kleine f/-Werte) bedeutet, dass viel Licht eintritt und man gute Fotos bei wenig Licht machen kann. Im sogenannten „Blendenprioritätsmodus“ der Kamera lässt sich die Blendenöffnung einstellen.

 

5. Senkrechte Perspektive + waagerechte Ausrichtung

  • Man sollte möglichst aus Höhe der Flipchartmitte und senkrecht auf das Plakat fotografieren. Sonst kommt es zu perspektivischen Bildverzerrungen!

  • Wenn man darauf achtet, dass die Kamera waagerecht ausgerichtet ist, verlaufen die Flipchartkanten parallel mit den Bildkanten und man muss das Foto später nicht nachträglich ausrichten / drehen.

 

6. Passgenauen Bildausschnitt wählen

  • Wenn man versucht, wirklich nur das Plakat zu fotografieren, hat man später weniger Arbeit beim Zuschneiden am Computer!

  • Zumindest rechter/linker oder oberer/unterer Flipchartrand sollte passgenau mit dem Foto beginnen bzw. enden. Aber wer zu viel weglässt, ärgert sich vielleicht nachher, dass ein Wort fehlt! 😉

 

7. Fotos nachbearbeiten

  • Zuschneiden: Alles, was nicht Flipchart ist, kann weggeschnitten werden.

  • Aufhellen: Meistens lässt sich die Lesbarkeit noch deutlich verbessern, wenn Helligkeit & Kontrast etwas angehoben werden. Alternativ: Viele Programme ermöglichen, die Gammakurve/Gammakorrektur/Kurve o.Ä. zu bearbeiten. Damit kann man unkompliziert nur mittelhelle und helle Bildanteile aufhellen, ohne die dunklen (Schrift) zu verändern.

  • Verkleinern: Die Fotos sollten in der Auflösung verkleinert abgespeichert werden. Mit 1200px Breite sind fast immer alle Inhalte gut zu lesen. Das hat den Vorteil, dass später nicht unnötig Datenmengen in die Protokoll-Datei eingefügt werden müssen.

 

8. Automatisieren

  • Manches der Fotonachbearbeitung lässt sich automatisieren! Damit kann man viel Zeit&Nerven sparen. Zumindest das Verkleinern der Bilder kann man auch automatisch erledigen lassen: z.B. auf 50% Bildgröße oder auf 1200px Breite der kurzen Bildseite. Aber auch Helligkeit & Kontrast lassen sich pauschal für alle gewählten Fotos anheben.

  • Die entsprechende Funktion in Bildbearbeitungsprogrammen heißt Stapelverarbeitung, batch processing, o.Ä. Es gibt aber auch Programme, die ausschließlich dafür erstellt worden sind! Achtung: Zur Sicherheit nicht das Originalbild überschreiben, sondern getrennt abspeichern lassen!
    In der freien Fotosoftware GIMP (Alternative zum kommerziellen Adobe Photoshop) muss man beispielsweise die Erweiterung „gimp-plugin-registry“ (Linux/Ubuntu) installieren. Die Stapelverarbeitung ist dann unter Filter → Batch zu erreichen.

  • Es gibt zur Automatisierung, Fehlerkorrektur und Nachbearbeitung mittlerweile auch eine ganze Palette an Smartphone-Apps, die versuchen schräg aufgenommene Fotos zu richten, Bilder automatisch zuschneiden, PDF-Dokumente zu erstellen etc. Einige populäre sind momentan CamScanner, Scanbot, Genius Scan oder Office Lens. Aus Sicht des Autors ersetzen diese Apps jedoch nicht, einige der obigen Tipps zu berücksichtigen und grundlegend geeignete Fotos aufzunehmen! Auch wird selbst die Pro Variante der neusten App die Handykamera nicht in eine hochwertige Kamera umwandeln. Aber letztlich kommt es auf das Ziel an – sollen schnell ein paar Inhalte festgehalten werden? Oder soll ein hochwertiges Fotoprotokoll entstehen, das noch lang an ein gelungenes Seminar erinnert.

 

Wenn man diese 8 Tipps beachtet, wird das eigentliche Zusammenfügen und Kommentieren des Protokoll-Dokumentes fast zum Kinderspiel! Gutes Gelingen!

Diese „8 Tipps für hochwertige Flipchart-Fotos“ stehen auch PDF-Datei bereit.